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Westfalenpost |
02.08.2007 |
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Bald wertvoller Wirtschaftsfaktor:
Pilotprojekt in Hagen: Lernen bei den Edelstahlwerken, Anstellung bei einer Zeitarbeitsfirma |
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HAGEN Friedrich Zimmermann (17), Christian Mroz (16) und Matthias Kucher (??) sind ganz normale junge Menschen. Wie tausend andere in Nordrhein-Westfalen begannen sie gestern mit dem Start ihrer Ausbildungszeit einen neuen Lebensabschnitt. Und trotzdem fallen die drei etwas aus dem Rahmen: Den Umgang mit Feile und Computer lernen sie zwar wie ihre neuen Azubi-Kollegen bei den Deutschen Edelstahlwerken in Hagen. Doch angestellt ist das Trio bei einer Zeitarbeitsfirma.
Der Münchner Personaldienstleister Creyf’s übernimmt die gesamten Kosten der dreieinhalbjährigen Lehrzeit; die eigentliche Ausbildung leisten die Deutschen Edelstahlwerke (Siegen/Hagen). Beide starteten gestern gemeinsam ein entsprechendes Pilotprojekt.
„Der Facharbeiter-Mangel in Deutschland nimmt zu. Deshalb haben wir uns entschlossen, in die Ausbildung einzusteigen“, sagte Jörg Wissemann, Geschäftsführer von Creyf’s. Das Unternehmen gehört zur niederländischen USG-People-Gruppe und beschäftigt in Deutschland etwa 3100 externe Mitarbeiter. Auch Creyf’s hat immer größere Probleme, die passenden Facharbeiter für seine Kunden zu finden. „Wir möchten einen Beitrag leisten, um diesen Mangel entgegenzuwirken“, sagte Wissemann. „Außerdem wollen wir Vorbild sein für andere Zeitarbeitsfirmen.“ Sein Unternehmen werde daher in Zukunft gemeinsam mit Kooperationspartnern weitere junge Menschen ausbilden.
Auch die Deutschen Edelstahlwerke profitieren von dem Projekt. „Unsere Ausbildungskapazität ist größer als der Eigenbedarf“, erklärte Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Peter Schweda. „Außerdem wissen wir, welche Mitarbeiter wir in Zukunft bei Creyf’s ausleihen, wenn wir sie selbst ausgebildet haben.“
Dass sie Teil eines Pilotprojektes sind, dürfte den drei neuen Azubis (noch) relativ egal sein. Sie sind froh, überhaupt eine Lehrstelle bekommen zu haben. Ihren Lohn überweist Creyf’s, krank melden müssen sie sich bei beiden Unternehmen. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von anderen Auszubildenden.
Und in dreieinhalb Jahren? „Ich bin froh, wenn ich dann bei mehreren Firmen einggesetzt werden kann“, betonte Friedrich Zimmermann aus Wetter, der Mechatroniker werden möchte. „Das ist abwechslungsreicher.“
Zukunftssorgen müssen sich die drei nicht machen. Creyf’s hat ihnen eine Übernahmegarantie zugesichert – und das in einem von positiven Perspektiven geprägten Umfeld. Wie sagte doch Jörg Wissemann gestern zu allen neuen Azubis: „Sie werden bald ein sehr, sehr wertvoller Wirtschaftsfaktor sein.“ ↑ |
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