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WAZ 
03.06.2009  
  Mehr Technik als Maloche
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Die 77 neuen Azubis der Deutschen Edelstahlwerke trafen sich in Witten. Stahlberufe haben sich stark verändert.

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind für jede Firma das Kapital von morgen. Darauf bauen auch die Deutschen Edelstahlwerke (DEW). Ihre 77 neuen Azubis aus allen vier Standorten trafen sich jetzt zu einem Kennenlerntag im Wittener Werk, wo die Unternehmenszentrale beheimatet ist.
Außer in Witten hat DEW noch Standorte in Hagen, Siegen und Krefeld. Die meisten der neuen Auszubildenden, nämlich 33, werden ab August in Witten ausgebildet. Schon ein Gang durch das moderne Gebäude des Kommunikationszentrums an der Herbeder Straße – nicht zuletzt geschmackvoll gestylt durch Bilder von Wittener Künstlern an den Wänden – lässt erahnen, wie sehr sich die Berufsbilder im Stahlbereich in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben.
Und damit auch die Ausbildung: Die „Deutsche Edelstahlwerke Karrierewerkstatt“ mit ihren rund 25 Ausbildern und rund 200 Ausbildungsbeauftragten an den vier Werksstandorten sorgen für Qualität auf der Höhe der Zeit in 18 Ausbildungsberufen. „Die Vorurteile, dass es sich hier um eine aussterbende Industrie handelt, in der es laut und dreckig zugeht, stimmen längst nicht mehr. Heute geht es auch beim Stahl eher um High Tech als um das Malochen an der Schüppe“, erklärt Ute Dreher, Geschäftsführerin der Karrierewerkstatt. „Wir entwickeln hier eine Facharbeiterschaft, nicht mehr vergleichbar mit angelernten Kräften wie vor 30 Jahren.“
Die aktuellen Ausbildungsberufe reichen von Industriekaufleuten EU (mit international guten Chancen, weil in dieser Ausbildung der Englisch-Anteil hoch ist) über Werkstoffprüfer und Zerspaner bis zu Energieanlagen-Elektronikern. Und da bei einem Altersdurchschnitt der Beschäftigten von 46 Jahren in den Deutschen Edelstahlwerken und der bundesweiten Überalterung der Gesellschaft ein Fachkräftemangel in der Zukunft absehbar ist, geht der Kampf um junge, kluge Köpfe weiter. Auch in der nach den letzten Boom-Jahren eher kriselnden Stahlbranche.
Obwohl die Zahl der Ausbildungsbewerbungen bei DEW in den letzten fünf Jahren gestiegen sei, sei es „qualitativ schwieriger“ geworden, passende Azubis zu finden, so Ute Dreher. Und die präzisiert: „Das Grundwissen, etwa in Mathematik, ist bei vielen jungen Leuten heute lückenhaft. Dafür sind sie dann fitter in allem rund um den Computer als frühere Jahrgänge.“
Um für die Attraktivität der Berufsbilder in der Stahlbranche zu werben, sei man auch auf Messen präsent und ginge Kooperationen mit Schulen ein, so die Geschäftsführerin der Karrierewerkstatt. Das geschehe etwa in Hagen oder auch in Witten mit der Holzkamp-Gesamtschule.

„Aber an dieser Stelle müssen wir uns noch verstärken“, fordert Ute Dreher weitsichtig. Schließlich ist die Stahlbranche längst nicht die einzige im Wettbewerb um die guten Fachkräfte von morgen.

Derzeitige Azubis halfen den „neuen“
Der Kennenlerntag der Deutschen Edelstahlwerke bot den 77 neuen Auszubildenden ein rundum informationsreiches Programm.
In Werksführungen, Vorträgen und in einem Imagefilm wurde ihnen das Unternehmen vorgestellt. Außerdem berichteten aktuelle Azubis aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern der Deutschen Edelstahlwerke den „neuen“ über ihre Ausbildung (etwa zum Werkstoffprüfer,
Anlagenführer oder EU-Industriekaufmann) und ließen sich von ihnen befragen.

 
     
 
 

 

   
   
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