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WAZ |
17.04.2008 |
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Ausbildung in eigener Regie |
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Deutsche Edelstahlwerke kauften AZR. Aus- und Fortbildung findet nun in der "Karrierewerkstatt" statt.300 000 Euro sollen in diesem Jahr an der Herbeder Straße investiert werden.
Das Ausbildungszentrum Ruhr (AZR) ist seit dem Jahreswechsel endgültig Vergangenheit. Die Gegenwart heißt "Karrierewerkstatt". Die Deutschen Edelstahlwerke (DEW), zuvor bereits größter Kunde des AZR, kauften das Ausbildungszentrum an der Herbeder Straße. Das AZR war der Nachfolger des insolventen Bildungswerks Witten/Hattingen.
"Der alte Gesellschafter verfolgte eine Desinvestitionsstrategie. Die DEW verfolgt eine Investitionsstrategie", sagte Arbeitsdirektor Peter Schweda gestern nach der ersten Beiratssitzung. Die DEW seien "die Kompetenz" in Sachen Beruf und Ausbildung. Schweda wird die neue Karrierewerkstatt als einer von drei Geschäftsführern mit Ute Dreher und Peter Ostermann leiten. Er nannte gestern Zahlen.
"In diesem Jahr sollen 300 000 Euro investiert werden", so Schweda - 200 000 in die Technik und 100 000 in die Substanz des Gebäudes. Gegenwärtig stehen in der Karrierewerkstatt nach Angaben von Karl Haase, Vorsitzender der DEW-Geschäftsführung, Maschinen mit einem Wert von 1,5 Mio Euro. An ihnen werde gelernt.
13 Ausbilder - die früheren AZR-Ausbilder wurden übernommen - kümmern sich um die im Schnitt 250 Azubis (in Spitzenzeiten bis 350). Am 1. August werden 95 neue Lehrlinge eingestellt. Ausgebildet wird in 18 Berufen - vom Anlagen- oder Zerspanungsmechaniker bis zur Industriekauffrau. IT-Systemelektroniker und Verfahrensmechaniker kamen neu hinzu.
Die Aus- und Weiterbildungsplätze in der Karrierewerkstatt bleiben wie schon beim alten AZR nicht allein der DEW (4442 Beschäftigte, davon 1820 in Witten) vorbehalten. Firmen aus der Region können sich Ausbildungszeit kaufen. "Das geht von drei Monaten zur Prüfungsvorbereitung bis zu 42 Monaten einer kompletten Ausbildung", erklärt Geschäftsführerin Ute Dreher. Viele kleine und mittlere Unternehmen könnten sich die Ausbildung nicht leisten, wollten aber dennoch nicht darauf verzichten.
Wilfried Neuhaus-Galladé (J.D. Neuhaus), wie Marcus Mosner (Pilkington) alter und neuer Kunde sowie Beiratsmitglied der Karrierewerkstatt, bestätigt das: "Wir wollten die Ausbildung nicht einstellen, aber der Kostendruck war sehr groß. Die Zusammenarbeit mit der Karrierewerkstatt ist die beste Lösung." Auch Pilkington stellt Azubis ein und schickt sie in die Karrierewerkstatt zur Ausbildung. Mosner: "Die Auszubildenden erweitern aber auch ihren Horizont und werden nicht betriebsblind." ↑ |
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Ruhr Nachrichten |
18.04.2008 |
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Ausbildung in der Karrierewerkstatt |
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WITTEN „Nicht jeder Betrieb kann es sich leisten, eine Fräsmaschine im Wert von einer viertel Million Euro vorrätig zu halten, damit sein Auszubildender daran üben kann“, sagt Wolfgang Kowalczyk, Ausbildungsleiter in der Karrierewerkstatt der Deutschen Edelstahlwerke an der Herbeder Straße.
Genau hier greift die Dienstleistung der Karrierewerkstatt, die bis Dezember 2007 noch unter dem Namen Ausbildungszentrum Ruhr (AZR) lief.
18 Berufe zur Wahl
Nach dessen Übernahme durch die Deutschen Edelstahlwerke bildet die alte AZR-Belegschaft seit Anfang Januar unter dem neuen Namen im Jahresdurchschnitt rund 250 Berufsanfänger für 41 fremde Betriebe aus.
18 Berufe stehen zur Wahl: Vom Anlagenmechaniker über Mechatroniker bis hin zum Zerspanungsmechaniker. „Neu dabei sind die Berufe IT-Systemelektroniker und Verfahrensmechaniker“, zählt Kowalczyk auf.
In Aus- und Weiterbildung investieren
„Neben 200 000 Euro für Maschinen und Anlagen sowie 100 000 Euro für die Instandhaltung des Gebäudes wollen wir auch die Marke Karrierewerkstatt entwickeln und in die Aus- und Weiterbildung investieren“, sagt Peter Schweda, einer der Geschäftsführer der Deutschen Edelstahlwerke.
Schließlich wolle man den Fachkräftemangel nicht nur beklagen, sondern ihm aktiv entgegensteuern. Doch das scheint gar nicht so einfach zu sein. Nicht die Bewerbung allein, sondern die Qualifizierung des Bewerbers zählt.
Und die müsse in Anbetracht der fortschreitenden Technologisierung und der damit verbundenen Anforderungen schon sehr hoch sein, so Schweda.
Am 1. August gehen 95 neue Azubis an den Start
1820 Beschäftigte arbeiten in Witten für die Deutschen Edelstahlwerke. Wenn am 1. August 95 neue Azubis an den Start gehen, sind auch einige der Firma Pilkington darunter.
„Wir stellen zwar noch Auszubildende ein, bilden aber nicht mehr selber aus“, erklärt Marcus Mosner das Paradoxon. „Natürlich bringt uns das Kosteneinsparungen. Aber da die Berufsanfänger in der Karrierewerkstatt mit vielen anderen Azubis zusammenkommen, lernen sie gleichzeitig andere Unternehmen und Ausbilder kennen und werden nicht gleich von Anfang an mit Betriebsblindheit geschlagen“, weist er auf die Vorteile hin. ↑ |
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