Edelstahlwerke Südwestfalen setzen auf Verbundstudiengang Maschinenbau – Erste Absolventen
HAGEN (BR) „Das stärkere Engagement war im Nachhinein kein Nachteil. Es hat sich gelohnt!“ Übereinstimmend treffen Christian Börkey und Thorsten Deimel diese Feststellung. Erfolgreich haben beide ihr Verbundstudium in Maschinenbau mit dem Diplom abgeschlossen.
Freude auch bei den Deutschen Edelstahlwerken (DEW), wie die früheren Edelstahlwerke Südwestfalen seit Jahreswechsel heißen. Hier haben die zwei Ingenieure im Jahr 2001 die Vorreiterrolle übernommen. Nach dem Abitur erhielten sie bei dem Unternehmen in Wehringhausen die Möglichkeit, gleichzeitig eine Lehre als Industriemechaniker und ein Maschinenbau-Studium zu absolvieren. Nach zweieinhalb Jahren war die vom Studium begeleitete Lehre erfolgreich abgeschlossen, in noch einmal der gleichen Zeit galt es, die normale Arbeit mit dem um zwei Semester verlängerten Studium zu kombinieren.
Nicht einfach: Vor Ort an der Fachhochschule Südwestfalen galt es zumindest an jedem zweiten Samstag jene Kenntnisse zu erlangen, die normale Studenten in fünf Tagen vermittelt bekommen. Rund 70 Prozent ihrer Kenntnisse müssen sich die Verbundstudenten deshalb im Selbststudium aneignen, nur 30 Prozent wird ihnen an der Hochschule vermittelt. Wie Professor Dr. Franz Wendl, Geschäftsführer des Instituts für Umformtechnik, lobt den Einsatz der Studenten: „Die in Deutschland im technischen Bereich einmalige Kombination von Lehre und Studium ist sehr erfolgversprechend, weil die jungen Leute wissen, was sie haben. Und wir als Fachhochschule wollen gern mit den heimischen Unternehmen zusammenarbeiten.“
Das Verbundstudium sei eine Möglichkeit die eklatante Nachwuchslücke zu schließen. Immerhin fehlten in Deutschland aktuell rund 20 000 Ingenieure. Prof. Dr. Eva Schönfelder vom Fachbereich Maschinenbau, die selbst den Beruf des Drehers erlernt hat, ergänzt: „Das Verbundstudium eignet sich auch hervorragend für Frauen, die zur Zeit etwa zehn Prozent der Studierenden stellen.“
Der Vorteil für ihren Betrieb versprechen sich DEW-Arbeitsdirektor Peter Schweda und Betriebsratsvorsitzender Jens Mütze durch die enge Verzahnung von Theorie und betrieblicher Praxis: „Wer das Studium mit Erfolg beendet, der kennt sich bei uns aus, der kann nach dem Examen in die Arbeit einsteigen.“ Schwenda: „Wir setzen auch in Zukunft auf das Verbundstudium, in dem sich aktuell acht Mitarbeiter befinden. Außerdem bieten wir geeigneten Kandidaten auch die Möglichkeit des Stipendiums.“
Der Betriebsrat, der das Modell von Anfang an mitgetragen hat, erinnert daran, dass DEW in seinen Standorten Wehringhausen, Siegen, Witten und Krefeld 220 Jugendlichen eine Ausbildung bietet. Mütze:“ Wir haben die normale Ausbildung nicht vergessen. Wir stehen zu unserer sozialen Verantwortung.“↑ |